Pierre Xuso meets Erik Satie

Wussten Sie, dass Erik Satie als Vorreiter des Klingeltons gilt? Kein Pianist von Rang wollte lange Zeit die Werke des Exzentrikers Satie spielen. Der “heilige” Adorno schrieb einst über den Sonderling Satie:

“In den schnöden und albernen Klavierstücken Saties blitzen Erfahrungen auf, von denen die Schönbergschule nichts sich träumen lässt.”

Jaja, der Adorno ist schon so’n elender Meckersack gewesen. Vermutlich hat es Adorno gewurmt, dass er selbst nur ein schmales Werk Werk hinterlassen hat: Klavierstücke, meistens Miniaturen. Dazu noch zwei Fragmente aus einer geplanten Oper. Nach 1945 hat er das Komponieren dann ganz aufgegeben, der Herr Adorno.

Erik Satie hingegen war es, der gegen den in Leipzig geborenen “Halbgott” und Judenhasser Richard Wagner rebellierte und Debussy dazu anstiftete, zur Abwechslung mal eigene Wege zu gehen. Glücklicherweise tat dies Debussy dann auch. Übrigens, unter Pseudonym veröffentlichte Richard Wagner 1850 das Pamphlet “Das Judenthum in der Musik”, was ihn zu einem Vorreiter des (seinerzeit) “modernen” Antisemitismus machte, der sich nach der Reichsgründung (1871) vollends entfaltete. Ja, immer wieder diese Leipziger/Sachsen. Es wundert mich überhaupt nicht, dass die rechtspopulistischen, fremden- und islamfeindlichen Vereinigungen “Pegida” und “Legida” ihre Ursprünge in Dresden und Leipzig haben. Richard Wagner, würde er denn noch unter uns sein, liefe sicherlich bei den “Spaziergängern” mit…

Satie ist der Stammvater des Minimalismus und des Kubismus in der Musik. Seine Verstocktheit und sein Sarkasmus trugen dazu bei, dass er zu Lebzeiten nicht viel Freunde hatte. 1925 starb Satie im Müllhaufen seines Hauses. Er war ein “Messie” – so wie Francis Bacon.

Ich denke, dass Satie seine Freude daran hat (ja, ich schreibe absichtlich in der Gegenwartsform), dass ich seine Werke mit Synthesizerklängen verwurschtelt habe. Bei Gelegenheit könnte er mal seine Meinung diesbezüglich kundtun, wenn er sich nicht gerade mit dem Antisemiten Richard Wagner zankt.

Pierre Xuso.

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